Bewerbungsgespräch (Vorstellungsgespräch)
Der erste Schritt: Einladung zum Gespräch
Sie haben eine Einladung zum Bewerbungsgespräch erhalten? Dann
sind Sie einen entscheidenden Schritt weiter. Solche Gespräche
finden meistens mit einem oder mehreren Mitarbeitern aus der Personal-
und der jeweiligen Fachabteilung statt. Meistens haben Sie ein paar
Tage Zeit für die Vorbereitung. Sie sollten sie auch intensiv
nutzen.
Basisinformationen über das Unternehmen Bereithalten
Folgende wichtige Informationen sollten Sie präsent
haben:
- Gesellschaftsform
- Anzahl der Beschäftigten
- Einzelne Geschäftsfelder
- Internationale Aktivitäten
- Umsatz
- Aktuelle gesellschaftliche oder politische Einflüsse
- Damit Sie im Gespräch etwas über Ihre zukünftige Ausbildung äußern können, machen Sie sich vorher
schlau bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) .
Vorbereitung, Spannungsabbau und Auftreten
- Gehen Sie am Vorabend zeitig schlafen, damit Sie ausgeruht sind.
- Sorgen Sie für eine entspannte Anreise: Fahren Sie rechtzeitig
los und berücksichtigen Sie mögliche Staus und Verspätungen.
Seien Sie pünktlich (ca. 10- 15 Minuten vor dem Gespräch
im Unternehmen sein). Nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel
und checken Sie Anreise- und Parkmöglichkeiten.
- Planen Sie ausreichend Zeit für den Termin ein (ein
bis zwei Stunden).
- Tragen Sie saubere, seriöse und nicht allzu farben- und
musterfrohe Kleidung.
- Wählen Sie Kleidung, die Sie gut aussehen lässt und
in der Sie sich wohl fühlen. Wenn Sie niemals Röcke
tragen als Frau, wäre das Vorstellungsgespräch der
falsche Zeitpunkt, es auszuprobieren, nur um elegant
zu wirken.
- Tragen Sie als Frau besser nicht zu viel Schminke und Schmuck
- Sie wollen ja mit Wissen und Ihrer Persönlichkeit beeindrucken.
- Warten Sie, bis man Ihnen die Hand reicht. Drücken
Sie diese nicht zu fest, aber auch nicht zu lasch. Üben
Sie das vorher mit Freunden.
- Nennen Sie bei der Vorstellung Ihren Vor- und
Nachnamen, bei jedem Begrüßungspartner erneut.
- Setzen Sie sich erst nach Aufforderung an den
Ihnen zugewiesenen Platz. Wenn man Sie stehen
lässt, fragen Sie danach, wo Sie Platz nehmen
dürfen.
- Auch wenn Sie im Augenblick keinen Durst haben, wenn man Ihnen
ein Getränk anbietet, nehmen Sie ein Wasser oder einen Saft.
Im Laufe des Gesprächs wird der Mund trocken.
- Lassen Sie Ihr Gegenüber mit dem Gespräch beginnen
und immer ausreden.
- Denken Sie über alle Ihre Antworten immer eine paar
Sekunden nach, bevor Sie „losreden”.
- Bleiben Sie sachlich, vermeiden Sie Gefühlsausbrüche
und kontrollieren Sie die eigene Ausdrucksweise (keine Szenensprache,
keine Kraftausdrücke und keine Fremdwörter, deren Bedeutung
Sie nur vage kennen).
- Sehen Sie Ihrem/n Gesprächspartner/n immer in die
Augen, wenn Sie mit ihm/ihnen reden. Blicken Sie
auch in die Runde.
- Achten Sie auf die eigene Körpersprache. Arme
nicht verschränken oder Barrieren aus Tassen,
Gläsern und Schreibblock aufbauen, beides wirkt
abwehrend.
- Sitzen Sie entspannt, aber nicht breitbeinig da; die Füße
nicht übereinander schlagen. Besser beide Fußsohlen fest
auf den Boden stellen und auf der gesamten Stuhlfläche sitzen
- nicht nur auf der Kante oder gar mit dem Stuhl wippen!
- Lassen Sie sich durch provokante Fragen nicht aus
der Ruhe bringen. Diese sind meistens ein Test, wie
belastbar Sie sind und wie Sie mit Stress umgehen.
Sie sind kein Ausdruck von Geringschätzung Ihnen
gegenüber.
- Machen Sie sich selbst Notizen für Ihre eigenen
abschließenden Fragen.
Dame und Herr heute
Im Geschäftlichen zählen nicht das Geschlecht, sondern
das Wissen, die Erfahrung und die Kompetenz. Mann und
Frau richten sich gleichermaßen nach der Hierarchie. Ob
Managerin, Abteilungsleiterin oder Sekretärin: Geschlechtsspezifische
Sonderbehandlungen, Bevorzugungen
und Benachteiligungen sind out.
Position und Status beachten
Wichtiger als das Geschlecht sind die Rolle, die Position und der
Status, den eine Person inne hat sowie die üblichen Gebote der
Höflichkeit:
- Der Chef wird vor der Sekretärin begrüßt, weil
er ranghöher ist.
- Die Abteilungsleiterin betritt beim Geschäftsessen als erste
das Restaurant, weil sie die Gastgeberin ist.
- Die Marketingassistentin schenkt zuerst dem Web- Designer eine
Tasse Kaffee ein, weil er der Kunde und Gast ist.
- Die Auszubildende hält für den Auszubildenden die Tür
auf, der gerade eine Kiste mit Ordnern in den Armen hält.
Lediglich, wenn es keine Hierarchie-Unterschiede gibt, ist es nett,
der Dame den Vorzug zu geben.
Ein Beispiel:
Sie treffen eine Projektleiterin und fünf Projektleiter. In diesem
Fall ist es höflich, zuerst die Dame zu begrüßen und
ihr somit den Vorzug zu geben.
Duzen/Siezen
Bestehende Regeln beachten
Es ist klar geregelt, wer im Geschäftlichen wem das Du anbietet:
- Der Ranghöhere dem Rangniederen. Beispiel:
Der Vorgesetzte bietet dem Mitarbeiter nach der Probezeit das Du
an.
- Der Dienstältere dem Neuling: Das Projektteam
bietet dem neuen Kollegen beim Mittagessen das Du an.
- Die wesentlich ältere Kollegin der Jüngeren:
Im Sekretariat bietet die 40-jährige Assistentin ihrer 10 Jahre
jüngeren Kollegin das Du an.
Damen und Herren gleichbehandeln
Das Geschlecht spielt keine Rolle mehr: Gibt es keine Hierarchie-Unterschiede,
darf sowohl der Mann als auch die Frau den Wunsch nach einem Du äußern.
Früher oblag es dem Mann, sich dem Risiko einer möglichen
Abfuhr auszusetzen.
Wie bieten Sie das Du an?
- Bedenken Sie: Einmal Du, immer Du. Der Weg zurück zum Sie
ist nicht möglich, zumindest aber sehr folgenschwer.
- Lassen Sie sich deswegen Zeit. Wenn Sie etwas länger beim
Sie bleiben, wirken Sie vielleicht etwas förmlich. Das ist
im Zweifelsfall im Geschäftsleben jedoch ratsamer, als zu kumpelhaft
aufzutreten.
- Bieten Sie das Du nicht auf Firmenfesten aus einer Bierlaune heraus
an. Man sollte keinen Zweifel an der Ernsthaftigkeit Ihres Angebots
haben müssen. Eine Vier-Augen-Besprechung oder ein gemeinsames
Mittagessen sind günstige Gelegenheiten, um das Du zu offerieren.
Grüßen und Begrüßen
Der Gruß, das Begrüßen gehört zum wichtigen
Moment des ersten Eindrucks. Die Begrüßung hat sowohl in
Deutschland als auch international eine große Bedeutung. Korrekt
angewendet, wird damit Höflichkeit und Respekt als auch Selbstbewußtsein,
Offenheit und Freundlichkeit signalisiert.
Mit dem Hut in der Hand . . .
Das Grüßen, die Zuwendung, wenn an Personen vorbeigegangen
wird, verläuft oft spontan. Die Beachtung und Anwendung der allgemein
anerkannten Grußregeln geben aber Sicherheit und fördert
den positiven Umgang und das persönliche Image.
Grüßen: Die Regeln
Das Begrüßen, das aufeinander Zugehen mit Gruß und
Handreichen, findet nach den formalen gesellschaftlichen Regeln statt.
Hier kann Spontaneität eher zu Irritationen führen.
Unabhängig von Alter, Rang oder Geschlecht grüßt
derjenige zuerst, der hinzu kommt, einen Raum betritt oder an Personen,
die bereits anwesend sind, vorbei geht.
Es grüßt zuerst:
- der Herr die Dame
- der Jüngere den Älteren
- der Mitarbeiter den Vorgesetzten
- der Mitarbeiter den Kunden, wenn der beim Hinzukommen nicht gegrüßt
hat
- der Einzelne die Mehrheit
Blickkontakt und ein angemessener Gesichtsausdruck gehören
dazu.
Begrüßen: Die Regeln
Eine Begrüßung findet im Geschäftsleben grundsätzlich
aus einer Kombination von Gruß und Händedruck statt. Bei
Erstbegrüßungen kommt das Vorstellen/Bekanntmachen (siehe
Stichwort) hinzu.
Während die Grußregeln allgemein bekannt sind, kommt es
beim Begrüßen oft zu Unsicherheiten. Ein selbstbewusster
Umgang mit Beachtung der Regeln hilft hier häufig auch dem Gegenüber.
Die Hand reicht zuerst:
- der Ältere dem Jüngeren
- die Dame dem Herren
- der Vorgesetzte dem Mitarbeiter
- der Anwesende dem Ankommenden
Beispiele:
- der Jüngere geht auf den Älteren zu
und grüßt, der Ältere grüßt zurück
und reicht die Hand
- der Herr grüßt die Dame, die Dame grüßt
zurück und reicht die Hand
- der Vorgesetzte tritt auf zwei Mitarbeiter zu,
grüßt und reicht in diesem Fall den Mitarbeitern die
Hand
Körpersprache
Unter Körpersprache versteht man Haltung, Gang sowie Gestik
und Mimik. Aber auch die Distanzzonen im Umgang mit Menschen spielen
eine entscheidende Rolle und sind zudem von Kulturkreis zu Kulturkreis
unterschiedlich.
Auftritt: Der erste Eindruck entscheidet
Ihr persönlicher Erfolg hängt sehr davon ab, wie Ihr Gegenüber
Sie wahrnimmt. 25 Sekunden entscheiden im Durchschnitt, ob Ihnen Wohlwollen
entgegengebracht wird oder ob Sie gegen eine Mauer aus negativen Vorurteilen
antreten. Ihre optische Erscheinung spielt dabei eine ganz wesentliche
Rolle und damit auch Ihre Körpersprache. Dazu gehört Ihre
Körperhaltung, Ihr Gang sowie ihre Gestik und Mimik.
Haltung
Im Berufsleben gilt eine „förmliche Haltung”, die
bewusst gerader und aufrechter ist als die „private Haltung”
zu Hause:
- Der Oberkörper wird aufrecht gehalten
- Die Schultern hängen locker herunter, Sie machen sozusagen
„einen langen Hals”
- Die Schulterblätter sind etwas zusammengezogen
- Die Arme und Beine sollten im Stehen und Sitzen immer kontrolliert
werden und nicht schlaksig herumhängen
- Die Hände werden weder vor noch hinter dem Körper gefaltet
und nicht beide in Hosentaschen vergraben
- Halten Sie den Kopf gerade und stützen Sie ihn nicht auf
- Eine Dame muss besonders darauf achten, dass sie im sitzen die
Knie geschlossen hält und auch nicht zu breitbeinig dasteht.
Gang
Ihr Gang verrät viel über Ihre Persönlichkeit, deshalb
sollten Sie sich einmal kritisch bei Gehen betrachten.
- Ihr Gang sollte dynamisch und nicht schleppend sein
- Die Schrittlänge verrät viel über Ihr Temperament
- Die Schultern hängen locker und sind nicht hoch gezogen
- Die Arme schwingen beim gehen locker vor und zurück
Gestik
Gestik ist Ihre Bewegungen mit den Armen und Händen.
Sie ist im Business dezenter als im Privatleben.
- Im Stehen wirkt es intelligent und professionell die Hände
auf Bauchnabelhöhe ineinander zu legen oder die Arme locker
hängen zu lassen.
- Um Ihre Aussagen zu unterstreichen können Sie die Arme oberhalb
der Gürtellinie bewegen.
- Ihre Handflächen sollten für eine positive Wirkung
oben zeigen.
- Mit dem Finger nie auf Personen zeigen.
Mimik
Mimik beschreibt den Ausdruck in Ihrem Gesicht. Mit Ihrer Mimik zeigen
Sie deutlich den Grad Ihrer Aufmerksamkeit und Ihres Wohlwollens.
- Halten Sie Blickkontakt mit Ihren Gesprächspartnern.
- Vergessen Sie nicht zu Lächeln, dass tut sowohl Ihnen selbst
als auch Ihrem Umfeld gut. Oft können Sie eine sehr direkte
Ansprache mit einem Lächeln für den Empfänger leichter
verdaulich machen, denn die Mimik wirkt zu 85%.
Distanzzonen
Der Abstand, den Sie zu Ihren Mitmenschen halten sollten ist von
Kultur zu Kultur unterschiedlich. In Deutschland gelten folgende Abstandsweiten
zwischen zwei oder mehreren Personen:
-
Der Raum einer Armeslänge um eine Person herum nennt man
„intime Distanzzone”. Wenn Sie in diesen Raum bei
einer fremden Person eindringen (müssen – z.B. im Aufzug),
können Sie das nicht unkommentiert lassen. Entweder ist ein
Gruß oder eine Entschuldigung angebracht. Aus diesem Grund
gilt bei einer Gespräch zwischen zwei Personen ein Respektsabstand
von einer Armeslänge.
- Der daran anschließende Raum wird „persönliche
Distanz” genannt und beschreibt die Position in einem formellen
Zwiegespräch. In dieser Distanz findet auch der Handschlag
statt, sie ist fürs Business geeignet.
- Die „gesellschaftliche Distanz” beschreibt die Zone
in der wir uns höchst offiziell und formell auch abwartend
begegnen. Die Distanz beträgt ca 1 bis 2 Meter.
- Die „öffentliche Distanz” beträgt mehrere
Meter und ist für den persönlichen Kontakt unmöglich.
In diesem Abstand steht z.B. der Redner vor seinem Publikum etc.
Kontakt aufnehmen, halten und beenden
Auf Messen, Empfängen und Kongressen haben fast alle Beteiligten
ähnliche Ziele. Sie wollen Geschäftskontakte pflegen, neue
Geschäftspartner kennen lernen und sich im informellen Rahmen
fachlich und persönlich austauschen.
Trauen Sie sich
Haben Sie keine Scheu, bei solchen Anlässen mutig auf andere
zuzugehen:
- Bei Stehempfängen „Darf ich mich zu
Ihnen stellen?”
- Bei Messen „Ihr Werbeprospekt gefällt
mir sehr gut. Können Sie mir mehr über … erzählen?”
- Bei Kongressen „Kennen Sie zufällig
einen der Referenten? Ich bin schon sehr gespannt auf den Vortrag
von …”
Bei solchen Anlässen ist es wichtig, stets genügend Visitenkarten
bei sich zu haben. Sie erleichtern die Selbstvorstellung und die spätere
Kontaktaufnahme.
Kontakt halten via E-Mail und Telefon
Lassen Sie per Brief, E-Mail und per Telefon regelmäßig
etwas von sich hören
- Gratulieren Sie zum Geburtstag und verschicken Sie Grüße
zu Anlässen wie Ostern und Weihnachten
- Haben Sie einen Zeitungsartikel, Bericht etc. gelesen, der für
Ihren neuen Geschäftspartner interessant sein könnte?
Kopieren Sie diesen und senden Sie ihm diesen zu.
- Laden Sie zu einem Abendessen oder Businesslunch oder zu offenen
Veranstaltungen Ihrer Firma ein.
Kontakt beenden
- Auf Messen, Kongressen und Empfängen dürfen Sie Unterhaltungen
jederzeit unkompliziert beenden. Etwa „Bitte
entschuldigen Sie, ich habe einen Geschäftspartner von mir
entdeckt, den ich gern begrüßen möchte. Vielen Dank
für das nette Gespräch.”
- Geschäftskontakte, die Sie nicht aktiv pflegen, werden schnell
von alleine zu „Karteileichen”. Will man Sie als neuen
Kunden gewinnen und Sie haben kein Interesse, so machen Sie das
deutlich. „Es tut mir Leid, Herr Bär, doch mittelfristig
benötigen wir keinen neuen Internetauftritt.”
Die Visitenkarte: Ihr wichtigstes Kontaktinstrument
Beachten Sie:
1. Überreichen
Tauschen Sie Visitenkarten im Geschäftlichen zu Beginn eines
Treffens aus, allerdings nicht quer über den Besprechungstisch.
Geben Sie Ihrem gegenüber die Karte persönlich in die Hand.
Halten Sie die Karte so, dass der andere die Schrift lesen kann.
2. Angaben lesen
Lesen Sie sie in Ruhe, und prüfen Sie, ob Sie den Namen Ihres
Gesprächspartners richtig verstanden haben. Wenn er einen Doktortitel
hat, sprechen Sie ihn damit an. Zeigen Sie Ihr Interesse, indem Sie
die eine oder andere Detailfrage stellen, z.B. „Kladeunsky –
spreche ich das richtig aus?”
3. Karte sorgfältig behandeln
Stecken Sie die Karte nicht unbedacht weg, schon gar nicht in die
Gesäßtasche! Behandeln Sie sie vielmehr wie ein kleines
wertvolles Geschenk. Beschriften Sie sie nicht vor den Augen Ihres
Gegenübers, sondern verwahren Sie sie am besten in einem stilvollen
Visiten-Etui oder in Ihrer Brieftasche.
4. Visitenkarten-Etikette international
Wenn Sie oft im Ausland sind, verwenden Sie am besten zweisprachige
Visitenkarten. Achten Sie bei der Übergabe darauf, dass die Seite
mit dem fremdsprachigen Text oben ist. Im asiatischen Raum gilt es
als Fauxpas, keine Visitenkarten zu haben!
Mobbing – Terror am Arbeitsplatz
Achtung: Feinde!
Der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie anpöbeln,
angreifen, attackieren („to mob”). Aus arbeitsrechtlicher
Sicht versteht man darunter das systematische Anfeinden, Schikanieren
und Diskriminieren von Arbeitnehmern untereinander oder durch Vorgesetzte
(„Bossing”). Es ist eine besondere Form der zielgerichteten
Schikane oder Diskriminierung einer bestimmten Person, die oft von
mehreren Kollegen gemeinsam, von Vorgesetzten oder sogar vom Arbeitgeber
selbst ausgeübt wird.
Welche Rechte haben Sie?
Seit Inkrafttreten des AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz)
am 18.08.2006 haben sich die rechtlichen Vorraussetzungen für
Mobbing- Opfer deutlich verbessert. Das AGG verwendet nicht die Bezeichnung
„Mobbing”, sondern den Begriff „ Belästigung”
und setzt diesen einer Benachteiligung gleich.
Das AGG verbietet grundsätzlich die Diskriminierung der
dort definierten Merkmale, nämlich
- die Würde der betreffenden Person und
- ein von Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen,
Entwürdigungen, abwertende Äußerungen oder Beleidigungen
gekennzeichnetes Umfeld.
Mobbingopfer muss Nachweis erbringen
Der Mitarbeiter, der gemobbt wird (= Mobbing- Opfer), muss das Mobbing
beweisen; das AGG greift nur, wenn tatsächlich eine Benachteiligung
aus den Diskriminierungsmerkmalen erfolgt.
Arbeitgeber ergreift Gegenmaßnahmen
Ab sofort bietet § 7 Absatz 3 AGG den Arbeitgebern die
rechtliche Voraussetzung, um gegen Mobber vorzugehen,
die Arbeitskollegen in einer gegen das AGG verstoßenden
Weise mobben.
Das bedeutet, der Arbeitgeber darf:
- Schadensersatzansprüche wegen Nichterfüllung der arbeitsvertraglichen
Pflichten durchsetzen,
- eine Ermahnung oder Abmahnung wegen Verletzung der arbeitsrechtlichen
Pflichten aussprechen oder
- in Wiederholungsfällen oder bei besonders schwer wiegenden
Fällen eine ordentliche oder sogar außerordentliche verhaltensbedingte
Kündigung aussprechen.
Frühzeitiges Einschreiten
Wehren Sie den Anfängen: Ihr Betriebsrat besteht seit Inkrafttreten
der gesetzlichen Bestimmungen schärfer als bisher darauf, dass
Sie als Arbeitgeber gegen Mobbing und Bossing vorgehen und das AGG
beachten. Denn nach dem AGG liegt bereits dann ein Mobbing oder Bossing
vor, wenn ein einmaliges Fehlverhalten erfolgt ist. So sollten Sie
schon bei einmaligen Vorkommnissen, die über eine bloße
Unhöflichkeit hinausgehen, einschreiten.
Reisen ins Ausland
Mit der Globalisierung und der Ausweitung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen
erhält der stilvolle Umgang mit ausländischen Geschäftspartnern
immer mehr Bedeutung. Überzeugende Produkte in Kombination mit
persönlichen Kontakten und guten Umgangsformen, erhöhen
besonders bei Auslandsgeschäften die Erfolgschancen.
Nachteilig sind Unkenntnis und Vorurteile
Missverständnisse im Umgang können am ehesten entstehen,
wenn die Herkunft der Gesprächspartner aus sehr unterschiedlichen
Kulturen, bezogen auf Religion, Staatsform und historischer Entwicklung
stammen. Zusätzlich verbauen oft Vorurteile und Unkenntnis den
Weg zu einem offenen, konstruktiven und angstfreien Dialog.
So wenig, wie alle Deutschen pünktlich, organisiert, zuverlässig
oder kühl sind, so wenig treffen ähnliche Stereotype auf
die Gesamtbevölkerung anderer Nationen zu. Weltweit haben sich
Werte entwickelt, deren „Wert” für andere oft nicht
oder nur schwer nachvollziehbar ist. Das Problem ist daher: Zunächst
geht jeder davon aus, dass die in der eigenen Kultur erlernten Werte,
die richtigeren sind. Aber: Offenheit und Interesse für Neues
können diese oft hinderliche Sicht relativieren.
Bereiten Sie sich gut vor
Zur Vorbereitung einer Geschäftsreise zu neuen Kunden
gehört:
- über Land und Leute (Internet, Reiseführer, Kollegen)
- Beschäftigung mit der zu besuchenden Firma
- angemessene, ansprechend verpackte Gastgeschenke
- ausreichend Visitenkarten
- klare Absprachen zu Treffpunkt und Uhrzeit
- ggf. ergänzende sprachliche Vorbereitung z.B. zum neuen
Produkt
Beachten Sie vor Ort
Vor Ort ist es wichtig, durch Fragen Interesse zu signalisieren und
über Beobachtung dazu zu lernen. Zu vermeiden ist, zu sehr zu
vergleichen und herauszustellen, was in Deutschland vermeintlich alles
besser ist.
Extra-Tipps
Besonderheiten rund um den Globus
- Wir begrüßen uns mit Handschlag der, etwas dosierter
angewendet, auch im angelsächsischen Kulturkreis üblich
ist. In Japan dagegen begrüßt man sich mit einer Verbeugung.
In Russland werden Damen häufig mit Handkuss begrüßt
oder verabschiedet.
- Visitenkarten sind in asiatischen Ländern von größerer
Bedeutung als bei uns, denn sie dienen dort als Grundlage, den Gesprächpartner
in die streng hierarchisch aufgebaute Gesellschaft einzuordnen.
- Unabhängig von verschiedenen Sprachen gibt es teilweise
große Unterschiede in der non verbalen Kommunikation. So wird
z.B. Zustimmung bei uns durch Kopfnicken ausgedrückt, in Indien
dagegen durch Seitwärtsbewegung des Kopfes.
- Bei uns ist es üblich, im Gespräch Blickkontakt zu
halten. Dies ist Zeichen von Aufmerksamkeit, Interesse und Ehrlichkeit.
In verschiedenen afrikanischen Kulturen gilt es als höflich,
in einem Gespräch knapp aneinander vorbeizuschauen –
ein Mitarbeiter wird nicht den Blick seines Vorgesetzten suchen.
In arabischen Ländern dagegen schauen sich Männer bei
einem geschäftlichen Gespräch wesentlich länger in
die Augen als bei uns; wenn Frauen Blickkontakt zu Männern
halten, wird dies als anmaßend empfunden.
- Es existieren völlig unterschiedliche Zeitbegriffe –
unter Pünktlichkeit versteht man in Südamerika etwas anderes
als in Deutschland. Bei uns gilt Pünktlichkeit als eine der
Tugenden, unter Brasilianern ist eine Verspätung von einer
Stunde und mehr kaum der Rede wert.
- Während bei uns und in Nordeuropa in geschäftlichen
Meetings meist recht schnell auf den Punkt gekommen wird, bedarf
es im arabischen Raum sehr viel mehr Zeit mit Smalltalk und dem
Herstellen einer persönlichen Beziehung, bevor es zu einem
Geschäftsabschluss kommt.
- Ca. 45% aller Menschen essen mit Messer und Gabel. Die Amerikaner
ebenso, doch benutzen sie das Messer nur zum Schneiden und legen
es dann ab. In China dagegen essen die Menschen mit Stäbchen
und hörbare Essensgeräusche gehören zum guten Ton.
Small Talk
Viele Menschen mögen keinen „Small Talk”. Doch warum?
Er ist die bewährte Methode, um neue Kontakte zu knüpfen
und neue (Geschäfts-)Freundschaften zu schließen. Sie müssen
ja nicht unbedingt über das Wetter reden. Probieren Sie es stattdessen
einmal hiermit:
1. Die Namen-Methode
Werden Sie einander vorgestellt, ist die „Namen- Methode”
geeignet. Klingt ein Name besonders interessant, fragen Sie woher
er kommt. Etwa: „Pudelski” hört
sich an wie ein polnischer Name. Ist das richtig? Oder: „Ölcücy
klingt kompliziert. Wie spreche ich das richtig aus?”
2. Die Ankermethode
Machen Sie es Ihrem Gegenüber einfach, mit Ihnen ins Gespräch
zu kommen, indem Sie im Bilder, Beschreibungen und Fakten zum Einhaken
bieten. Sagen Sie zum Beispiel nicht einfach, dass Sie aus Remscheid
kommen. Sondern: „Ich komme aus Remscheid-Lennep,
dem Geburtsort von Wilhelm-Conrad Röntgen.” Oder:
„Ich komme aus dem bergischen Land, das für
die bergische Kaffeetafel berühmt ist.”
3. Die Assoziations-Methode
Lenken Sie die Gespräche indem Sie sich darin üben, Assoziationen
herzustellen. Dann fließen die Gesprächsthemen von alleine.
Ein Beispiel für eine Assoziationskette: Mailand – Fußball
– Real Madrid – Spanien – Mallorca – Urlaub
– Thailand – Thailändisches Essen – Kochen
– Rezepte – Wein – Bordeaux – Frankreich ….
4. Die Fragen-Methode
„Die besten Antworten erhält der, der
seine Fragen richtig stellt”. (Eugen Roth) Diese Fragen
sollten weder verfänglich, unmoralisch noch zu schwierig oder
zu persönlich sein. Wählen Sie für Ihren Small Talk
Fragen, die Ihr Gegenüber Ihnen höchstwahrscheinlich leicht
und gern beantworten kann:
Telefonieren/Sprache
Darauf kommt es an:
1. Ohne lange Leitung
Im Idealfall nehmen Sie spätestens nach dem dritten Klingeln
den Hörer ab. Wird der Anruf erst nach dem zigsten Klingeln angenommen,
ist es für alle peinlich: Der Anrufer wirkt durch sein hartnäckiges
Klingeln stur und aggressiv. Der Empfänger hingegen erweckt den
Eindruck, phlegmatisch und desinteressiert zu sein.
2. Klare Ansage
„Ja, Schmitt” – mit so einer
Ansage muss man sich im Privaten manchmal noch zufrieden geben. Im
Berufsleben wirkt sie schlichtweg unprofessionell. Der Name der Firma,
der eigene Name und ein Tagesgruß gehören unbedingt dazu,
z.B.: „Meyer Immobilien, Uwe Peters, guten Tag.”
Out sind dagegen überlange und überfreundliche Ansagen:
„Guten Morgen. Sie sind verbunden mit der Meyer Immobilien AG
und sprechen mit Nadine Besondersfreundlich. Was darf ich für
Sie tun?”
3. Professionelle Haltung
Ihr gegenüber spürt Ihre Stimmung, Ihre Gestik, Ihre Konzentration,
auch wenn er Sie nicht sehen kann. Sammeln Sie sich vor jedem Telefonat
kurz und nehmen Sie Haltung an, im wahrsten Sinne des Wortes. Stellen
Sie sich vor, Ihr Gesprächspartner würde Ihnen gegenübersitzen.
4. Kein Multitasking
Auch wenn Sie ein Multitasking-Talent sind und mehrere Dinge gleichzeitig
tun können: Verzichten Sie bei wichtigen Telefonaten darauf.
Nicht nur Nebengeräusche, auch Ihr andersgehender Atem verrät
Sie meistens. Aktiv zuhören ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe.
Sie entscheidet mehr über den Geschäftserfolg, als die meisten
Menschen ahnen!
Vorstellen und Bekanntmachen
Wenn immer Menschen einander das erste Mal begegnen, gehört
es zum kultivierten Umgang, die Begrüßung mit dem Vorstellen
oder Bekanntmachen zu verbinden. Genau genommen, erfolgt nach dem
Gruß die Vorstellung oder das Bekanntmachen und dann das Hände
geben.
Vorstellen oder Bekanntmachen?
Die Grenze ist heute fließend. Bei wichtigen geschäftlichen
oder offiziellen Anlässen wird vorgestellt, während im privaten
oder eher informellen geschäftlichen Bereich vom Bekanntmachen
geredet wird.
Wichtig ist, dass es in den entsprechenden Situationen geschieht,
damit bisher unbekannte Personen Wertschätzung erfahren, integriert
werden und gleich zu Beginn Höflichkeit und Freundlichkeit erkennbar
sind. Es bedarf allerdings einiger Übung, um das Vorstellen und
Bekanntmachen entspannt handhaben zu können.
Wer wird wem vorgestellt/wer stellt sich wem vor?
- der Jüngere dem Älteren
- der Herr der Dame
- der Mitarbeiter dem Vorgesetzten, dem Kunden
- der Ankommende dem Anwesenden, wenn Gleichheit
besteht, die Dame der Dame, der Herr dem Herrn etc. Abweichend von
diesen Grundregeln wird z.B. die junge Dame dem sehr viel älteren
Herrn, der Kunde dem deutlich Ranghöheren, wie Kapitän,
Chefarzt oder Vorstand vorgestellt.
Grundsätzlich soll vorgestellt oder bekanntgemacht werden, d.h.
derjenige der die Gesprächspartner kennt, macht sie miteinander
bekannt. Dabei sollen zusätzlich zum Namen, weitere Informationen
von beiderseitigem Interesse, wie Titel und berufliche Stellung/Aufgabengebiet
genannt werden.
Ist niemand anwesend, der die Vorstellung vornimmt, wird von sich
selbst nur der Name genannt. Ein Austausch von Visitenkarten ist nach
der Vorstellung der passende Moment.
Wie wird vorgestellt?
Das Vorstellen und Bekanntmachen soll respektvoll aber nicht zu förmlich
und in der Formulierung nicht geschraubt klingen. „Gestatten
Sie, dass ich mich vorstelle” oder „Ich
würde mich freuen, mich vorstellen zu dürfen”
wird kaum noch verwendet. Hingegen „Ich heiße”
, „Mein Name ist” oder bei Älteren
„Ich möchte mich bekannt machen”
, „Mein Name ist” sind heute gebräuchliche
Formulierungen. Als Vorstellender: „Darf ich
bekannt machen/vorstellen: Herr X, Herr und Frau Y” oder
einfach „Frau X, das ist Herr Y, Herr Y ist
zuständig für ....” .