Falsche Anreden und Anschriften gehören zu den peinlichsten
Fehltritten. Viele Menschen reagieren darauf verärgert
oder sind beleidigt. Sorgfalt und Korrektheit bei
Anrede und Anschrift zahlen sich aus. Vor allem, wenn
Sie bei den Angesprochenen etwas erreichen wollen.
Mit folgenden Hinweisen und Tipps vermeiden Sie fünf
tückische Fehltritte bei den Anreden:
1. Hallo Frau Merkel! – Amts- und Berufsbezeichnungen
Sind Ihnen die Amts- oder Berufsbezeichnungen Ihrer
Ansprechpersönlichkeiten bekannt, machen Sie davon
Gebrauch – jedoch mehr im beruflichen als im privaten
Bereich. Die Reaktion auf der Empfängerseite wird stets
positiv sein.
Mit der Nennung der Amts- und Berufsbezeichnung bringen
Sie dem Ansprechpartner Achtung und Respekt entgegen.
Dies gilt auch für Briefanreden hochrangiger Persönlichkeiten:
Beispiele:
- Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
- Sehr geehrter Herr Botschafter,
- Sehr geehrte Frau Abgeordnete,
- Sehr geehrter Herr Oberkirchenrat,
- Sehr geehrte Frau Vorsitzende.
2. Doktor inclusive – Akademische Titel
Der akademische Grad „Doktor“ wird in der Anrede genannt.
Es sei denn, der Titelinhaber macht Ihnen gegenüber deutlich, dass er nur
mit seinem Namen angesprochen werden möchte.
Unter Inhabern gleicher akademischer Titel ist es üblich, auf die gegenseitige
Anrede mit ihren Titeln zu verzichten. Der Doktortitel wird in der Briefanrede
stets abgekürzt. Der Professorentitel (kein akademischer Grad – sondern
eine Amtsbezeichnung) wird dagegen ausgeschrieben.
3. Grüß Gott Herr Papst! – Kirchliche Würdenträger
Kirchliche Repräsentanten haben im strengen Sinne Amtsbezeichnungen. Es ist korrekt, sie in der Anrede
auch zu verwenden.
Beispiele:
- Herr Pfarrer
(Briefanrede auch: Hochwürden)
- Herr Bischof
(Briefanrede auch: Exzellenz)
- Herr Kardinal
(Briefanrede auch: Eminenz)
- Eure Heiligkeit/Heiliger Vater
(Anrede des Papstes)
4. Auf dem diplomatischen Parkett
Die Botschaften und Konsulate fremder Nationen sind
die höchsten Repräsentanzen ihrer Länder im Gastland.
Besondere Sorgfalt ist daher angesagt, um diplomatische
Verstimmungen zu vermeiden.
Botschafter werden mit „Herr Botschafter”/„Frau
Botschafterin”
oder mit „Exzellenz” angesprochen. Dem übrigen
Botschaftspersonal sowie dem konsularischen
Korps steht die Titulierung „Exzellenz” nicht zu.
5. Komplizierte Klientel – Adelsnamen korrekt verwenden
„Noblesse oblige”, sagt man, „Adel verpflichtet”.
Auch zu guten Umgangsformen. Aber auch umgekehrt gilt:
Adelstitel gehören zum Familiennamen und sind bei der
Anrede von Adeligen zu nennen.
Beispiele:
- Baron/ Baron von Mustermann
Baronin: (oder: Baron Mustermann)
- Freiherr/ Frau von Mustermann
Freifrau: (Freiherr/Freifrau fällt in der Anrede weg)
- Graf/ Graf von Mustermann
Gräfin: (oder: Graf Mustermann)
- Fürst/ Fürstin von Mustermann
Fürstin: (oder: Fürst Mustermann)
- Prinz/ Prinz von Mustermann
Prinzessin (oder: Prinz Mustermann)
Beim Adel sind Familienname (Mustermann), Adelszeichen (z. B. von, von der, von und zu) und Adelstitel (z. B.
Baron, Freiherr, Graf) zu einem einzigen Begriff zusammengefasst: dem Namen, wie bei jedem anderen Namensträger
auch.
Beispiel für einen kompletten Adelsnamen einschließlich Doktortitel:
- Dr. Alina Gräfin von Mustermann.