Aktuelle Pressemitteilung vom 01. Oktober 2008
Türkei:Umgangsformen zwischen Tradition und
Moderne
Stuttgart, den 01. September 2008: So nah und doch so
fern. Obwohl die türkische Kultur im täglichen Leben allgegenwärtig
ist, sind die interkulturellen Kompetenzen der Deutschen ausbaufähig.
Nun gibt es einen weiteren Grund sich mit der Türkei zu beschäftigen:
Das Land ist Ehrengast der diesjährigen Frankfurter Buchmesse
vom 15. bis 19. Oktober 2008.
Die Welt wächst schon seit vielen Jahren immer dichter zusammen.
Das bedeutet, dass nicht nur Kontinente sondern auch fremde Kulturen
aufeinanderprallen: Nicht nur im geschäftlichen, sondern auch
im privaten Umfeld. Insbesondere die türkischen Nachbarn sind
den Deutschen aus dem täglichen Miteinander präsent aber
deren kulturell bedingte Gewohnheiten deswegen trotzdem nicht unbedingt
gut bekannt. Anlässlich der Frankfurter Buchmessen, auf der
die Türkei Ehrengast ist, soll sich dieser Umstand ändern:
Das Durchschnittsalter der türkischen Einwohner liegt bei gerade
einmal 28 Jahren. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 42 Jahre.
Wirtschaftsforscher erwarten daher dass der zu erwartende Fachkräftemangel
in Deutschland zu einem großen Teil von gut ausgebildeten
türkischen Einwanderern ausgeglichen werden wird. Fest steht:
Spätestens dann werden die deutsche und die türkische
Kultur noch dichter zusammen rücken. Für beide Seiten
kein einfaches Unterfangen. Denn die Türken wagen auch dadurch
den Spagat zwischen Tradition und Moderne.
„Die Gepflogenheiten im Business unterscheiden sich in so
manchen Punkten von den deutschen Sitten und Gebräuchen“
betont Carolin Lüdemann, Mitglied des Deutschen Knigge-Rats.
„So ist es bei türkischen Geschäftspartnern durchaus
einmal üblich das Meeting verspätet zu beginnen. Insgesamt
ist es ratsam für Geschäftsabschlüsse mehr Zeit einzuplanen,
denn nicht selten werden beschlossene Vertragsbestandteile später
doch noch einmal modifiziert.“ Es gilt also nicht die Devise:
Zeit ist Geld.
Des Weiteren schätzen die Türken das persönliche
Gespräch. Auch wenn Dinge per E-Mail oder durch ein Telefongespräch
geklärt werden könnten, bevorzugt man in der Türkei
die Unterhaltung von Angesicht zu Angesicht. „Das liegt auch
daran, dass der persönliche Kontakt und persönliche Beziehungen
einen besonders hohen Stellenwert haben.“, so Carolin Lüdemann.
Ein klares „Nein“ fällt in einer Kommunikation
eher selten. So beginnt der Aufbau einer Geschäftsbeziehung
ganz selbstverständlich mit dem Aufbau einer langfristigen
und von Sympathie begleiteten Beziehung. Denn Geschäfte werden
nicht zwischen Unternehmen, sondern zwischen Menschen abgeschlossen.
Die Gastfreundschaft wird in der Türkei großgeschrieben.
Für Geschäftsessen gilt, dass das Nase putzen bei Tisch
absolut inakzeptabel ist und getrennte Rechnungen tabu sind. Erlaubt
ist es dagegen auch mal an das klingelnde Handy zu gehen und nebenbei
ein Telefongespräch zu führen.
In punkto Kleidung sind die Türken traditionell geprägt:
Dem äußeren Erscheinungsbild wird sehr hohe Bedeutung
beigemessen. Dementsprechend sind Eleganz, Qualität sowie einfarbige,
gedeckte Farbtöne gerne gesehen.
Der Deutsche
Knigge-Rat / 01.10.2008
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